Pasta ist aus der täglichen Ernährung nicht wegzudenken. Wie mit kaum eine andern Nahrungsmittel lässt sich mit Pasta schmackhaftes Essen rasch und einfach zubereiten.Pasta mundet Jungen und Senioren gleichermassen.
Einst galten Teigwaren als Dickmacher oder bestenfalls als billige Hungerstiller. Aber die vielgepriesene italienische Küche hat uns eines Besseren belehrt. Sie widmet der Pasta in jeder Mahlzeit einen eigenen Gang - den ersten!
Bei uns gelangt Pasta meistens nicht als "primo piatto", sondern als Beilage oder eigenständiges Hauptgericht auf den Tisch. Dennoch fehlt es nicht an Möglichkeiten, mit Pasta gesunde, abwechslungsreiche und preiswerte Speisen zuzubereiten. Und sollte einmal etwas Besonderes gefragt sein: Pasta passt immer.
Beinahe unerschöpflich ist die Vielfalt an Sorten, Formen und Farben. Pasta lässt sich fast unbegrenzt mit Zutaten, Saucen und Kräutern anreichern. Das macht Pasta zum unverzichtbaren Lebensmittel, das in keiner Küche fehlen darf. Bei Sporttreibenden ist Pasta als wertvoller Energiespender beliebt.
Wann Pasta erstmals den Gaumen von Menschen erfreute, ist und bleibt eine unbeantwortbare Frage. Ihre Erfindung wird verschiedenen Völkern zugeschrieben. So wird gesagt, die Teigwaren stammten ursprünglich aus China. Vom venezianischen Weltreisenden Marco Polo seien sie um 1300 nach Italien und dort zur Vollendung gebracht worden.
Andere Quellen erzählen, ein Magier am Hof Friedrichs des Zweiten, König von Sizilien und deutscher Kaiser, habe bereits um 1220 Makkaroni hergestellt. Die Entdeckung der Teigwaren nehmen ebenfalls die Griechen für sich in Anspruch. So soll im Epos "llias" des Dichters Homer nachzulesen sein, die Helden von Troja hätten vor 3000 Jahren "lassanon" gegessen, ein Gericht, das heute als Lasagne bekannt ist.
Tatsache ist, dass sich die Bewohner der Schweiz noch von Hirsebrei ernährten, als Pasta in Italien bereits täglich auf den Tisch kam. Bis sich Pasta diesseits der Alpen einer gewissen Bekanntheit erfreute, dauerte es lange. Vom Kloster Disentis weiss man, dass es im Jahre 1731 ein "Torculum pro formandis macaronis", eine Teigwarenpresse, kaufte.
Eine rasche Verbreitung fanden die Teigwaren in der Schweiz mit dem Bau der grossen Eisenbahntunnel durch die Alpen. Die vielen italienischen Arbeitskräfte mochten in der Fremde nicht auf ihr gewohntes Essen verzichten. Damals entstanden in der Schweiz zahlreiche Teigwarenfabriken. Nach und nach kamen auch die Schweizerinnen und Schweizer auf den Geschmack. Heute gehört Pasta hierzulande zu den beliebtesten Speisen.
Pasta aus der Schweiz ist ein durch und durch natürliches Nahrungsmittel. Erstklassiger Hartweizen und frisches Trinkwasser bilden die wertvollen Rohstoffe. Als Ergänzung sind bloss Eier, Gemüse und andere echte Zutaten erlaubt.
Schweizer Pasta wird aus bestem, vorwiegend kanadischem und amerikanischem Hartweizen hergestellt. Dieser verleiht der Pasta die schöne Bernsteinfarbe, vor allem aber den richtigen Biss, wenn sie "al dente" gekocht wird, wie es sich gehört.
Hartweizen (Triticum durum) unterscheidet sich vom Brotweizen durch einen höheren Eiweissgehalt und ist reich an wertvollen Kohlenhydraten (Stärke). Er gedeiht vorwiegend in Nordamerika, im Schwarzmeer- und im Mittelmeerraum. Die im Weizen enthaltene Stärke (Brennstoff), die Vitamine B und die Mineralstoffe helfen mit, den täglichen Energie und Nährstoffhaushalt des Körpers im Gleichgewicht zu halten. Dank seinem hohen Anteil an Nahrungsfasern fördert Weizen die Verdauung und den Stoffwechsel.
Der von den Schweizer Pasta-Herstellern bevorzugte nordamerikanische Hartweizen zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Selen aus. Dieses Spurenelement ist für den Stoffwechsel beim Menschen lebensnotwendig.
Einfache Wasserteigwaren "Tipo Napoli" bestehen einzig aus Hartweizengriess und Wasser.
Schweizer Eierteigwaren enthalten zudem pasteurisierte Frischeier.
Auf ein Kilogramm Hartweizengriess werden mindestens drei Eier zugegeben.
Sie bewirken die leicht gelbliche Färbung der Pasta.
Farbig wird Pasta sonst nur, wenn dem Teig Spinat, Tomaten, Safran oder ein anderes
Gemüse oder Gewürz beigegeben wird. Künstliche Farbstoffe und Beigaben sind nicht
erlaubt.
Pasta selber machen scheint keine Kunst zu sein: Teigwarengriess mit Eiern, Wasser und etwas Salz vermengen, gut kneten, eine Stunde ruhen lassen und nochmals kräftig kneten - fertig ist der Teig. Wer sein eigenes Pasta-Glück versuchen will, kommt allerdings um Schwerarbeit nicht herum.
Erfahrene Köche raten nämlich, den Teig zu kneten. bis die Handgelenke schmerzen... Schon vor langer Zeit wurden deshalb Geräte entwickelt, um dem Koch oder der Köchin die anstrengende Arbeit abzunehmen. Heute wird Pasta auf äusserst leistungsfähigen, computergesteuerten Produktionsanlagen hergestellt.
Von der Mühle angeliefert, lagert der Hartweizengriess vorerst in Silos, bis er von dort durch ein Röhrensystem automatisch in den Teigkneter befördert und dort im Verhältnis 10:3 mit Trinkwasser vermischt wird. Bei Eierteigwaren gelangt noch pasteurisiertes Frischei hinzu.
Unter Vakuum kneten kräftige Maschinen den Hartweizengriess mit Wasser und Eiern zu einem elastischen Teig. Dieser wird anschliessend mit hohem Druck durch Schablonen aus Messing sogenannte Matrizen - gepresst. Die vorher formlose Masse fällt jetzt als Hörnli, Spiralen oder Nudeln auf Transportbänder. Spaghetti werden über Stäbe gehängt.
Sofort gelangt die frische Pasta in den Trockner, wo ihr bei Temperaturen von etwa 70 Grad die Feuchtigkeit entzogen wird. Schliesslich packen elektronisch gesteuerte Waagen und Maschinen die getrocknete und abgekühlte Pasta automatisch und auf das Gramm genau ab. Ständige Kontrollen gewährleisten eine gleichmässig hohe Qualität.
Je nach Herstellverfahren wird unterschieden zwischen langer Ware wie Spaghetti oder langen Nudeln kurzer Ware wie Hörnli oder Spiralen Ausstechware wie Krawättli oder Capelletti Wickelware wie Nidi (Nestchen) oder gewickelten Nudeln Spezialitäten: Bunte Pasta, Nudeln nach Hausmacherart (gewalzt) Vollkorn-Pasta
Die kohlenhydratreiche Pasta ist für die moderne Ernährungsweise wie geschaffen. Wer die Erkenntnisse der Ernährungswissenschaft beherzigt, führt dem Körper die täglich benötigte Energie weniger als Fett und Zucker, sondern als Kohlenhydrate zu. Ergänzt mit rohem oder gekochtem Gemüse, mit Fisch, Fleisch oder Geflügel, mit Saucen und Kräutern lassen sich auf der Grundlage von Pasta unzählige Menüs herbeizaubern, die dem heutigen Bedürfnis nach leichter, gesunder und naturnaher Kost gerecht werden.
Eine zeitgemässe Ernährungsregel besagt, dass der Teller zu drei Vierteln mit Kohlenhydraten und Gemüse und zu einem Viertel mit magerem Eiweiss gefüllt werden soll.
Reichliche Verwendung von Gemüse, Früchten und schmackhaften Getreideprodukten zeichnet die Küche der Mittelmeerländer aus. Ihr wird ein schätzender Einfluss auf Kreislauf und Herz, aber auch eine vorbeugende Wirkung gegen Krebs zugeschrieben.
Wer Langstrecken läuft oder einen anderen Ausdauersport betreibt, tankt vor einem Wettkampf oder einem ausgedehnten Training mit Vorliebe Pasta Energie. Das kommt nicht von ungefähr.
Die in der Pasta enthaltenen Kohlenhydrate werden vom Körper in den Muskeln sowie der Leber als Glykogen gespeichert und später mit geringstem Sauerstoffbedarf in Brennstoff für die Muskeln umgewandelt.
Dank Pasta erhöht sich das Dauerleistungsvermögen der Sportlerin oder des Sportlers beträchtlich. Da Pasta leicht verdaulich ist, wird der Magen selbst bei einer Mahlzeit wenige Stunden vor dem Wettkampf kaum belastet.
Beim Pasta essen zeigt sich bald, wer die Gabel beherrscht - vor allem, wenn Spaghetti im Teller warten. Mit der Gabel zupft man einige Spaghetti los und wickelt sie gegen den Tellerrand um die Gabel, bevor sie zum Mund geführt werden.
Von Vorteil ist es, die Spaghetti in einem Suppenteller zu servieren. Nichts zu suchen hat bei einem Pasta-Gericht das Messer. Höchstens ein Suppenlöffel ist als Hilfsmittel erlaubt.
Spitzenköchinnen und -köche auf der ganzen Welt wissen mit Pasta sowohl einfache wie aussergewöhnliche Gerichte zuzubereiten. Ob Pasta als Vorspeise, als Hauptgericht oder als Beilage auf den Tisch kommt: Immer hängt das Ergebnis vom Können und von der Phantasie in der Küche ab.
Pasta wird unter Beigabe von Salz in viel Wasser gekocht.
Eine bewährte Regel lautet: pro 100 Gramm Pasta einen Liter Wasser sowie einen gestrichenen Esslöffel Salz.
Die trockene Pasta wird erst ins Wasser gegeben, wenn dieses den Siedepunkt erreicht hat. Pasta wird immer <,al dente,> gekocht, was heisst, dass sie zwischen den Zähnennoch etwas Widerstand leisten soll. Nach welcher Kochzeit dieser Zustand erreicht ist, hängt von der Menge und der Form ab. Probieren geht über studieren. Ist der richtige Zeitpunkt gekommen, wird die Pasta über ein Sieb abgeschüttet und heiss serviert.
Ob Pasta nur mit etwas Butter oder Olivenöl und Käse genossen oder aber mit einer feinen Sauce veredelt wird: Der Kreativität in der modernen Teigwarenküche sind keine Grenzen gesetzt.